Mehr als 650 Besucher, drei starke Bands und eine außergewöhnliche Bühne: Das Rampensau-Festival des Kulturvereins Buhlenberg wurde zum besonderen Rockabend in Birkenfeld
Was passiert, wenn man eine Laderampe, drei Bands, jede Menge Rockmusik und ein bisschen Mut zur ungewöhnlichen Idee miteinander verbindet? Die Antwort gab es am 15. August 2026 bei EDEKA Decker in Birkenfeld: Das Rampensau-Festival verwandelte das Gelände des Marktes in eine außergewöhnliche Konzertarena und bescherte mehr als 650 Besucherinnen und Besuchern einen Abend, der musikalisch einiges zu bieten hatte.
Dabei war schon die Location ein Erlebnis für sich. Die Laderampe von EDEKA Decker wurde zur Bühne, der überdachte Bereich zum Konzertsaal und der Rampentunnel zum wohl intensivsten Platz für alle, die den Sound nicht nur hören, sondern ihn im Innersten spüren wollten. Auf dem Vorplatz sorgten eine große Leinwand und zusätzliche Lautsprecher dafür, dass das Konzert auch abseits der Rampe bestens verfolgt werden konnte.
Nachwuchs mit RockIN Buhlo-Erfahrung: Die Twenty2s
Den musikalischen Abend eröffneten die Twenty2s, die Schülerband des Gymnasiums Birkenfeld. Für die jungen Musiker war der Auftritt beim Rampensau-Festival allerdings keineswegs eine Premiere beim Kulturverein Buhlenberg. Bereits bei RockIN Buhlo 2025 hatten die damals noch sehr jungen Musiker den zweiten Festivaltag eröffnet und dabei eindrucksvoll gezeigt, dass Nachwuchs und Rockmusik hervorragend zusammenpassen.
Ein Jahr später standen sie nun erneut auf einer Bühne des Kulturvereins – diesmal allerdings unter einem ganz besonderen Dach. Die Twenty2s nutzten die Gelegenheit, ihre musikalische Entwicklung weiter unter Beweis zu stellen und dem Rampensau-Publikum ordentlich einzuheizen.
Für den Kulturverein ist genau das ein wichtiger Teil seines Veranstaltungskonzepts: jungen Musikerinnen und Musikern aus der Region eine Bühne zu geben und ihnen die Möglichkeit zu bieten, vor einem größeren Publikum Live-Erfahrung zu sammeln.



White Burial: Zwischen Friedhofsatmosphäre und Heavy Metal
Nach dem Nachwuchsrock wurde es düster – und zwar nicht nur musikalisch.
Mit White Burial betrat eine Band die Rampe, die ihren eigenen Auftritt zu einem kleinen Gesamtkunstwerk machte. Schon das Bühnenbild ließ keinen Zweifel daran, dass hier nicht einfach nur ein Konzert gespielt werden sollte: Ein Sarg stand auf der Bühne und das Publikum wurde als Trauergemeinde angesprochen.
Und mittendrin Sänger Sebbi, der nicht einfach vor einem Mikrofon stand, sondern seine Songs teilweise höchst stilecht in eine Sense sang. Die makabre Inszenierung passte perfekt zum Namen und zur musikalischen Ausrichtung der Band. White Burial verbindet Hardrock und Heavy Metal mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor und einer Bühnenoptik, die man so schnell nicht vergisst.
So wurde aus dem Auftritt eine Mischung aus Konzert, Show und schwarzem Metal-Humor. Die Musiker nahmen das Motiv der „Bestattung“ konsequent auf und machten damit deutlich, dass Heavy Metal bei White Burial nicht nur über die Ohren, sondern auch über die Augen funktioniert.
Für das Rampensau-Festival war die Band damit genau die richtige Wahl: ungewöhnlich, laut, eigenwillig – und mindestens ebenso passend zu einer Veranstaltung, die selbst mit einer ungewöhnlichen Location bewusst neue Wege geht.






Dann wurde es ernst: Die Heiligen Bruehder
Den Höhepunkt des Abends bildeten anschließend die Heiligen Bruehder. Die Böhse-Onkelz-Tribute-Band brachte ihre langjährige Live-Erfahrung mit nach Birkenfeld und machte die Laderampe endgültig zur Rockarena.
Über zweieinhalb Stunden lang lieferte die Band ein energiegeladenes Programm und ließ dabei kaum Zeit zum Durchatmen. Vor der Bühne wurde gesungen, gefeiert und mitgerockt. Besonders bei bekannten Klassikern zeigte sich, wie textsicher das Publikum war.
Auch die besondere Atmosphäre der Location tat dem Sound keinen Abbruch. Im Gegenteil: Die technische Umsetzung sorgte für einen kraftvollen und zugleich klaren Klang – eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sowohl die härteren Klänge von White Burial als auch das umfangreiche Programm der Heiligen Bruehder ihre Wirkung entfalten konnten.
Mit „Mexiko“, „Wir ham’ noch lange nicht genug“ und schließlich „Auf gute Freunde“ ging ein Abend zu Ende, der musikalisch kaum passender hätte abgeschlossen werden können.














Rocken und dabei Gutes tun
Hinter dem Rampensau-Festival stand für den Kulturverein Buhlenberg aber von Anfang an nicht nur die Idee eines außergewöhnlichen Konzerts. Ein Teil des Erlöses der Veranstaltung kommt dem Verein Kochen für Bildung e.V. zugute. Sascha Carstensen, Gründer des Vereins „Kochen für Bildung e.V.“ war gleichzeitig Ideengeber für das Rampensau-Festival, das der Kulturverein Buhlenberg federführend organisierte.

Damit hatte der Abend neben der Musik auch eine soziale Seite. Gemeinsam feiern, regionale Kultur fördern und gleichzeitig ein Projekt unterstützen, das sich für Bildung und Hilfe engagiert – genau diese Verbindung ist für den Kulturverein ein wichtiger Bestandteil seines Vereinslebens.
Fast hätte sich durch die Rauchentwicklung des Flächenbrandes im fernen Belgien ein Abbruch der Veranstaltung ergeben. Durch den Dialog zwischen Marktbetreiber Manuel Decker, Orga-Team und dem Einsatzteam von Ordnungsamt, Feuerwehr und Polizei, konnte das Festival jedoch durchgeführt werden.
Ein ganz besonderer Dank geht deshalb an EDEKA Decker und das gesamte Team, das dem Kulturverein die Laderampe, die notwendige Infrastruktur und Personal zur Verfügung stellte. Ohne diese Unterstützung wäre aus der Idee vom Konzert auf der Rampe kein solches Festival geworden.
Ebenso bedankt sich der Kulturverein bei Twenty2s, White Burial und den Heiligen Bruehdern, bei allen Helferinnen und Helfern hinter den Kulissen, bei Technik und Organisation, bei DRK, Feuerwehr, Polizei und natürlich bei allen Gästen, die diesen Abend mit ihrer Stimmung zu dem gemacht haben, was er letztlich war.
Das Rampensau-Festival 2026 hat gezeigt, dass Kultur manchmal genau dort entstehen kann, wo man sie zunächst vielleicht nicht erwartet: auf einer Laderampe, zwischen Einkaufsmarkt und Lieferverkehr – mit jungen Musikern, einer Band mit Sarg und Sense, einer starken Tribute-Show und einem Publikum, das bereit war, sich auf etwas Besonderes einzulassen.
Für den Kulturverein Buhlenberg steht deshalb fest: Diese Rampensau hat ordentlich gerockt!
Fotos: Diana Grandmaire
